Gastbeitrag: Richtig navigieren mit dem Edge 705

Ein Gastbeitrag von Jörg Korte – vielen Dank!

Navigation mit dem Garmin Edge 705 ist keine so leichte Sache wie man meinen möchte. Jeder dürfte wohl die Navigation mit einem Autonavigationsgerät kennen: Zieleingabe, meist eine Adresse, das Navi berechnet die Route und man wird zum Ziel hingeführt. Mit dem Fahrrad hat man jedoch ganz andere Ansprüche. Es geht meist nicht darum den kürzesten Weg zu einem Ziel abzufahren, denn eigentlich gilt eher das Motto: der Weg ist das Ziel.

Es soll also eine schöne, attraktive Strecke sein, die geplant werden will. Entweder man hat irgendwo eine solche Strecke schon herbekommen oder man muss sie sich selber erstellen. Eine Reihe von Fragen tun sich bei beiden Alternativen auf, für die das Handbuch des Geräts nur selten eine Antwort liefert.

  • Was genau ist eine Route oder Strecke?
  • Wie komme ich an eine Route ran?
  • Wie und womit erstelle ich eine Route?
  • Wie bekomme ich eine Route auf das Gerät?

Bevor ich mich diesen Fragen widmen kann, muss ich einiges Begriffliches klären und auf dessen Bedeutung für die GPS-Navigation im Allgemeinen und aus Sicht von Garmin im Speziellen erklären.

Was genau ist eine Route oder Strecke?

Die beiden Begriffe Route und Strecke habe ich bereits verwendet, man sollte aber wissen, dass sie nicht dasselbe bedeuten. Fangen wir mit dem einfachsten der Begriffe aus dem GPS Jargon als Grundlage an:

Waypoint, der Wegpunkt besteht im Wesentlichen aus geografischen Koordinaten (Längen- und Breitengrad) und beschreibt einen Punkt auf der Erde. Nützlich für die Navigation ist er, wenn von der aktuellen Position zu einem bestimmten Ort navigiert werden soll. Also das, was ich eingangs als das typische Routing beim Auto beschrieben habe. Das Ziel, das man auswählt, ist technisch gesehen nichts anderes als ein Waypoint. Beim Edge geht man bei dieser Art von Navigation folgendermaßen vor:

  • Zieleingabe > Suchen

Unter Suchen gibt es eine Reihe von Auswahlkriterien. Es handelt sich aber letztendlich immer um einen Waypoint. Die Zielsuche nach Adresse funktioniert übrigens nur mit einer Straßenkarte wie der Garmin City Navigator NT. Damit haben wir bereits die einfachste Art der Navigation mit dem Edge kennengelernt. Aber es gibt noch eine ganze Reihe weitere Methoden zu navigieren, wofür wir aber zuvor den Unterschied zwischen den GPS Begriffen Route (Route) und Track (Strecke) klären müssen.

Die Route umfasst einen Weg, der aus mindesten zwei Wegpunkten, dem Startpunkt und dem Zielpunkt, besteht. In der Regel hat man dazwischen noch Punkte die Zwischenziele markieren. Der Weg zwischen den Zwischenzielen ist nicht detailliert definiert, sondern wird von dem Navigationsgerät dynamisch berechnet. Weicht man während der Navigation von der Route ab, so wird die Route neu berechnet. Dabei wird das Gerät weiterhin versuchen, das nächste Zwischenziel anzusteuern und den Weg dazu gegebenenfalls anpassen.

Eine Route ist von den Daten her meist sehr kompakt und erlaubt flexibles Routing. Sinnvoll ist eine Route zur Navigation jedoch nur, wenn das Gerät auch mit geeignetem, Routing-fähigen Kartenmaterial ausgestattet ist. Anders kann nur eine Luftlinie als Weg zwischen den Zielen berechnet werden. Die Route ist daher in der Regel nicht geeignet für Offroad-Fahrten, sondern für Rennradtouren mit entsprechender Straßenkarte wie der City Navigator NT. Die Navigation mittels einer Route erfolgt mit dem Edge über das Menü:

  • Zieleingabe > Gespeich. Strecken

Routen werden – wie Waypoints und Tracks, die nachfolgend beschrieben werden -in GPX-Dateien (einem XML-Format) gespeichert.

Bei Tracks, den Strecken, handelt es sich um eine Anzahl von Wegpunkten oder genauer gesagt Streckenpunkten, die eine definierte Spur Punkt für Punkt beschreibt. Die Aufzeichnung einer zurückgelegten Strecke wird meist als Track erfolgen(jedoch nicht beim Garmin Edge, mehr dazu später). Ein solcher aufgezeichneter Weg kann natürlich nachgefahren werden. Dazu ist kein besonderes Kartenmaterial notwendig, denn es muss ja nichts berechnet werden.

Was die Menüführung angeht, ist zunächst zwischen einer Route und einem Track, kein Unterschied zu erkennen. Im Menü heißt es unter

  • Zieleingabe > Gespeich. Strecken

einfach nur „Strecke“. Tatsächlich versucht das Edge auch bei einem Track, eine Route zu berechnen. Wenn der Track auf Wegen liegt, die das das Gerät kennt, erfolgt die Navigation sogar mit Roadbook (Eine Ansicht mit Abbiegehinweisen abhängig von Strecken(kilo)metern). Bei einem Track navigiert das Gerät auch über Wege und Strassen, die normalerweise Restriktionen unterlegen sind, wie bspw. gesperrte Strassen. Man sollte beim Routen eines Tracks die Einstellung „Route neu berechnen“ unter „Einstellungen>Routing“ auf „Aus“ ändern, sonst berechnet das Gerät bei der ersten Abweichung vom Track den Weg neu. Konsequenz: Dieser berechnete Weg würde mit dem ursprünglichen Track (aufgrund fehlender Zwischenziele) mitunter nichts mehr gemeinsam haben, insbesondere dann nicht, wenn Wegrestriktionen berücksichtigt wurden. Außerdem will man ja eigentlich bei einem Track genau eine vorgegebene Spur abfahren.

Jetzt haben wir bereits die drei Basisvarianten der Navigation (per Waypoint, per Route und per Track) kennengelernt. Bei Tracks gibt es noch eine weitere, wenn auch sehr primitive Art der Wegfindung. Wenn man einen Track auswählt, bekommt man im Gegensatz zu einer Route einen weiteren Menüpunkt „Karteneinstellungen“. Unter diesem Menüpunkt versteckt sich eine Option den Track auf der Karte anzeigen zu lassen:

  • Zieleingabe > Gespeich. Stecken > [einen Track auswählen] > Karteneinstellungen > Auf Karte anzeigen

Unglücklicherweise hebt das Gerät im Menü Gespeich. Strecken nicht hervor, ob es sich um eine Route oder einen Track handelt. Wählt man diese Option aus, dann wird der Track permanent auf der Karte angezeigt. Diese Strecke kann man dann einfach nachfahren, indem man selbst die eigene Position jeweils mit der Strecke auf der Karte abgleicht. Vom Gerät bekommt man dabei keine Informationen zu Richtungswechseln angezeigt, ebenso fehlen ein Roadbook oder der Richtungskompass. Sinn macht diese Art von Wegfindung, wenn man einen Track ohne geeignete Karte abfahren will und auf weitere Navigationshilfe verzichten kann. Für den Fall, dass das Gerät einen Track überhaupt nicht auf einen Weg oder Strasse legen kann, dann wird beim normalen Track-Navigationsmodus jede Kurve der Strasse als Richtungsänderung angekündigt (auch wenn keine Kreuzung vorliegt). Das kann einem schon sehr auf die Nerven gehen, so dass die beschriebene primitive Methode hier eine Alternative sein kann.

Da Tracks prinzipiell keine Karte voraussetzen, auch wenn der Edge die Karte zur Unterstützung heranzieht, eignen sie sich vor allem für Offroad-Fahrten und Wanderungen. Allerdings muss man sich an den vorgegebenen Weg halten oder gegebenenfalls selbst wieder auf den Weg zurück finden.

Über die GPS üblichen Routen, Tracks und Waypoints hinaus arbeitet das Edge noch mit Protokollen (History) und Kursen (Courses). Letztere werden allerdings verwirrenderweise mit Strecken übersetzt. Protokolle und Kurse sind im Grunde nur Tracks, die mit weiteren Informationen, wie Herz- und Trittfrequenz, Kalorienverbrauch, usw. angereichert sind. Da solche Daten für das GPX-Format nicht vorgesehen sind – sie haben ja mit geographischen Koordinaten nichts zu tun – hat Garmin ein eigenes Format eingeführt. Kurse und Protokolle werden daher in Dateien mit TCX-Endung gespeichert. Inhaltlich unterscheiden sich die Dateien für Kurse und Protokolle kaum. Warum Garmin hier eine Unterscheidung vorgenommen hat, ist mir deshalb unklar. Jedenfalls erfolgen alle Aufzeichnungen in Protokollen, während Kurse nur beim Trainingsmodus eine Rolle spielen. Wer also einen aufgezeichneten Weg abfahren will, bedient sich eines Protokolls und wählt aus dem Menü

  • Zieleingabe > Protokolle folgen

Technisch erfolgt dann das Routing eines Tracks, wie es weiter oben beschrieben ist. Der Unterschied besteht darin, dass der Track nicht aus einer GPX Datei gelesen wird und man die Navigation über einen anderen Menüpunkt ansteuert.

Nun zur nächsten Möglichkeit der Navigation: Über Kurse. Ein Kurs ist ein vorgegebener Weg, den man im Trainingsmodus abfährt. In der Regel handelt es sich um eine Strecke, die man zuvor abgefahren ist und dann in Training erneut folgt. Es ist technisch gesehen auch ein Track. Neben Richtungskompass und Kartenansicht hat man in der Trainingsansicht die Möglichkeit, statt einer weiteren Kartenansicht auf die Ansicht des Höhenprofils zu wechseln, in der auch die aktuelle Position angezeigt wird. Dem stehen als Nachteile gegenüber, dass man eine weitere Ansicht hat, die man beim Wechsel der Ansicht durchzappen muss, dass keine Richtungsänderungen angekündigt werden (jedoch Abweichungen vom Kurs) und dass man genau am Start des Kurses beginnen sollte. Andernfalls würde das Gerät sonst immer die Distanz von der aktuellen Position zum Startpunkt zu der jeweiligen Restdistanz hinzurechnen. Das führt dazu, dass man astronomisch-hohe Werte bei den Restdistanzen angezeigt bekommt, wenn man zu stark vom Kurs abweicht. Eine realistischere Restdistanz bekommt man beim Richtungskompass angezeigt. Optimal ist dieser Modus für das Trainieren, vor allem wenn man die Strecke ohnehin schon fast kennt, oder wenn man vorab einen Renn-Parcour mit vielen Höhenmetern abfahren möchte. Die Navigation eines Kurses erreicht man über das Menü

  • Training > Strecken > Kurs abfahren

Zusammenfassend kann man also sagen, dass zur Navigation Routen, Tracks, Protokolle und Kurse in Frage kommen. Allerdings kann man die Protokolle, was die Routenplanung angeht, wieder streichen, denn das Garmin Edge speichert zwar aufgezeichnete Wege als Protokolle in TCX-Dateien, liest diese Protokoll-Dateinen im Verzeichnis History jedoch nicht mehr wenn sie einmal geschrieben sind. Die Navigation über Protokolle erfolgt immer über den eingebauten Ringspeicher. Man erkennt das u.a. daran, dass bei einer Vielzahl von Protokolleinträgen immer nur die letzten Protokolle zur Navigation zur Verfügung stehen. Von den älteren Protokollen sind nur noch die Eckdaten wie Gesamtstrecke und Gesamtzeit vorhanden (Leider jedoch nicht die aufgestiegenen Höhenmeter :-(((( ), denn die anderen Daten, vor allem die Tracks sind bereits mit neueren Daten überschrieben worden. Protokolle werden wie gesagt nur einmal geschrieben. Und zwar wenn man die Lap Taste 3 Sekunden gedrückt hält. Wenn man nachträglich Protokolle am Gerät bearbeitet, werden keine neuen Protokolldateien geschrieben und umgekehrt kann man auch nicht durch Änderung der Protokolldateien die gespeicherten Protokolle ändern.

Ob man lieber über einen Track, eine Route oder Kurs navigieren möchte, ist eine Frage der persönlichen Präferenzen und Anforderungen. Hier noch mal eine kurze Zusammenfassung als Entscheidungshilfe:

Wer vor allem auf Strassen unterwegs ist und möglichst flexibel sein will, ist mit einer Route am besten bedient. Abseits der Strasse ist meist ein Track oder Kurs wegen des Höhenprofils am besten. Für’s Training wählt man einen Kurs.

Wie komme ich an eine Route ran?

Am einfachsten bezieht man eine Route oder Track als GPX Datei von einer der einschlägigen Seiten im Internet wie http://www.gpsies.com oder http://www.gps-tour.info. Zumindest beim letzteren hat man die Möglichkeit auch Kurse in Form von TCX Dateien runterzuladen. Glücklicherweise existieren Tools mit denen die Tracks in GPX Dateien in Kurse in TCX Dateien umgewandelt werden können. Wenn man in den genannten Portalen nichts Passendes gefunden hat, muss man sich leider selbst behelfen.

Wie und womit erstelle ich eine Route?

Das hängt zunächst davon ab, ob man eine Route, einen Track oder einen Kurs haben möchte. Fangen wir mit Routen an:

Routen erstellt man typischerweise mit Garmin RoadTrip oder MapSource. Wie das funktioniert ist schon vielfach an anderen Stellen beschrieben worden. Die Programme haben zudem eine Hilfe. Deshalb gehe ich darauf nicht weiter ein. Mit der vorinstallierten Basemap in RoadTrip und MapSource ist jedoch keine sinnvolle Routenplanung möglich. Man braucht daher weiteres Kartenmaterial. Für die Routenplanung von Rennradtouren, wo man praktisch ausschließlich auf Strassen unterwegs ist, ist vermutlich die City Navigator NT Karte von Garmin die beste Wahl. Diese Karte ist jedoch eine Autokarte, die keine Radwege kennt und für den Autoverkehr gesperrte Strasse auch nicht fürs Fahrrad freigibt. Preislich liegt die Karte in Bereich eines einfachen Autonavigationsgeräts (Um die Karte auch auf dem Rechner nutzen zu können braucht man die DVD Version), sodass sich die Frage nach Alternativen aufdrängt.

In einigen Bereichen aktueller und detaillierter sind die freien Karten von auf Basis von Openstreetmap (www.openstreetmap.org), die sich immer mehr durchsetzen. Sie sind mittlerweile für Fahrten abseits der Strassen meist besser geeignet. Spezielle Openstreetmap Karten für das Fahrrad gibt es inzwischen auch:

oder für eine Übersicht

Zu empfehlen sind u.a. auch die Karten von Kleineisel (http://www.kleineisel.de/ralf/gps/garmin/), die sich (wie auch manch andere) ebenfalls für die Routenplanung mit RoadTrip oder MapSource eignen.

Es empfiehlt sich dabei sowohl in den genannten Programmen als auch auf dem Gerät selbst, die gleiche Karte zu verwenden. Unterscheiden sich die Karten zwischen Gerät und Computer, müssen nämlich zeitintensive Neuberechnungen durchgeführt werden, da die Routen vorberechnet werden. Bei allem Lob für Openstreetmap muss man fairerweise erwähnen, dass die Daten des Projekts noch nicht vollständig, und vor allem nicht fehlerfrei sind. Das Routing mit diesen Karten kann teils zu bizarren Ergebnissen führen. Aber jeder hat die Möglichkeit, sich an dem Projekt zu beteiligen und Fehler zu beseitigen.

Nach diesem langen Exkurs zurück zur Routenplanung. Die mit MapSource/RoadTrip erstellte Route kann direkt mit dem Programm auf das Gerät gespielt werden oder über eine Umweg durch vorherigen Export als GPX Datei und anschließendes Kopieren in den Order Garmin/GPX auf dem Gerät.

Möchte man lieber mittels eines Tracks statt einer Route navigieren, muss man die Route in einen Track konvertieren. Das ist im Prinzip auch mit gpsbabel (http://www.gpsbabel.org) möglich. Allerdings hat eine Route eigentlich viel zu wenige Punkte, um einem Track zu beschreiben. Jedoch ist es so, dass die in MapSource oder RoadTrip erstellten Routen neben den Routepoints (Zwischenzielen) auch Wegpunkte für die Strecke zwischen den Zwischenzielen als Erweiterung des GPX-Formats enthalten. Daher lassen sich diese Routen ebenfalls problemlos in Tracks umwandeln. Die Umwandlung kann mittels XSLT Transformation erfolgen:

  • route2track route.gpx (route2track ist ein Skript von mir, das hier heruntergeladen werden kann; ein DMG für Mac-User gibt es ebenfalls hier)

Eine der schnellsten Methoden eine Route zu planen, ist meiner Meinung nach mit Google Maps, da RoadTrip leider quälend langsam ist. Leider sind mit Google Maps nur Tracks möglich und man muss online sein. Über Google Maps http://maps.google.com erstellt man eine Tour mit ein paar Mausklicks und Eingaben. Das geht recht einfach, intuitiv und schnell (nur Rundtouren sind etwas trickreich). Über „Link erstellen“ bekommt man den Link zu der erstellten Tour. Diese URL kopiert man sich und hängt „&output=kml“ dran. Über diese erweiterte URL lädt man die Tour als KML-Datei herunter und konvertiert sie mit gpsbabel in einen Track (GPX-Datei).

  • gpsbabel -i kml -f datei.kml -x nuketypes,waypoints,routes -o gpx -F track.gpx

Diese GPX-Datei muss man dann noch in den Ordner Garmin/GPX kopieren. Das ganze lässt sich natürlich mit einem Skript automatisieren, dass man nur noch mit der URL füttern muss und der fertige Track wird direkt auf das Gerät kopiert.

Ein Track kann auch wie weiter unten beschrieben in einen Kurs umgewandelt werden. So kommt man über Umwege von einer Route zu einem Kurs. Allerdings muss ein Kurs Höheninformationen enthalten, die man zuvor dem mit RoadTrip/MapSource oder mit Google Maps erstellter Track zufügen muss. Die meisten Tracks aus einer Aufzeichnung haben jedoch bereits Höhendaten. Fehlende Höheninformationen können mittels RouteConverter (www.routeconverter.de/) oder dem Perl-Skript add-elevation (http://www.w3r3wolf.de/blog/2009/03/03/perlskript-add-elevation-fur-gpx-tracks.html) ergänzt werden. Sie werden dabei aus SRTM-Daten von Online-Servern bezogen (ws.geonames.org).

Nun zur Erstellung von Kursen. Kurse setzen ein Protokoll oder Track voraus. Am einfachsten erstellt man einen Kurs am Edge selbst über das Menü

  • Training > Strecken > (Neu anlegen) > [Protokoll auswählen]

Diese Arbeitsschritte mache ich praktisch immer, da die Protokollaufzeichnung oft fehlerhaft ist, die Daten im Ringspeicher jedoch OK sind. Aus Kursen kann man mit etwas Handarbeit Protokolle rekonstruieren (mehr dazu vielleicht später in einem separaten Artikel). Außerdem stellt man damit sicher, dass man auch dann, wenn ein Protokoll im Speicher überschrieben wurde, noch die Strecke ansehen und nachfahren kann.

Eine weitere Möglichkeit, Kurse zu erstellen, ist über das Garmin Training Center. Der Kurs wird hierbei aus einer „Vorgeschichte“ (History / Protokoll) erstellt und auf das Gerät gespielt. Kurse werden im Training Center wiederum „Strecken“ genannt.

Mit dem Routenplaner „Bike Route Toaster“ (http://www.bikeroutetoaster.com) kann man online Routenplanen und als Kurs (TCX Datei) runter laden. Der Routenplaner basiert auf Karten von Google Maps und Openstreetmap und erlaubt es, einfach und intuitiv Routen zu planen. Höhendaten werden ergänzt und sogar ein Höhenprofil berechnet. Man kann Geschwindigkeitsvorgaben machen, um den Kurs für ein Training gegen den virtuellen Trainingspartner zu nutzen. Ich bevorzuge mittlerweile den „Bike Route Toaster“ gegenüber Google Maps, da man auf direktem Weg mit wenigen Klicks zu einem Kurs mit Höhendaten und Zeitangaben kommt. Zusätzlich enthält der Kurs Kurspunkte, die bei der Navigation unterstützen, da sie Richtungswechsel anzeigen. Leider weisen die Kurspunkte zum Teil eine „Rechts-Links-Schwäche“ auf. Davon abgesehen ist der „Bike Route Toaster“ sehr zu empfehlen.

Man kann sich auch aus einem GPX-Track mit Höheninformationen einen Kurs erstellen, indem man TCXConverter oder gpsbabel (www.gpsbabel.org) verwendet:

  • gpsbabel -i gpx -f trackfile.gpx -o gtrnctr,course=y -F kurs.tcx

Die TCX-Datei muss dann in den Ordner Garmin/Courses kopiert werden. Es reicht übrigens nicht einfach einen Track als GPX Datei in eine TCX Datei umzubenennen und in den Ordner Garmin/Courses zu kopieren. Das funktioniert aufgrund der unterschiedlichen Formate ebenso wenig wie das Kopieren eines Protokolls (immerhin TCX Datei) nach Garmin/Courses.

Wie bekomme ich eine Route auf das Gerät?

Nun die Frage sollte eigentlich schon geklärt sein. Die Garmin Programme unterstützen das direkte Laden von Waypoints (oft auch in Form von POI (point of interest)), Routen, Tracks und Kursen auf das Gerät, sofern es angeschlossen ist. Aber auch ohne spezielle Software ist es möglich das Gerät zu bestücken, denn sobald es angeschlossen wird, schaltet es sich in den USB-storage-Modus, was bedeutet, dass es am Rechner wie ein Laufwerk/Medium behandelt wird. Sollte dieser Modus einmal nicht mehr funktionieren, kann man das angeschlossene Gerät durch zweimaliges Betätigen der Aus Taste versuchen, es in den USB-storage-Modus zu bringen. Auf dem Garmin Gerät werden Routen und Tracks als GPX Datei in den Ordner Garmin/GPX kopiert. Kurse in den Ordner Garmin/Courses.

Zur Übersicht zuletzt noch eine tabellarische Zusammenfassung:

Datei

Ordner

Navigation

Waypoint

GPX

GPX (bzw. Karte)

Zieleingabe > Suchen

Route

GPX

GPX

Zieleingabe > Gespeich. Strecken

Track

GPX

GPX

Zieleingabe > Gespeich. Strecken

Kurs

TCX

Courses

Training > Strecken > Kurs abfahren

Protokoll

(Speicher)

(Speicher)

Zieleingabe > Protokolle folgen

Protokoll

TCX

History

Keine Navigation möglich

  1. Cyclingsir
    27. Juli 2013 um 21:34

    Hi,

    bislang habe ich immer mittels Tracks auf den Karten von OSM navigiert. Die Tracks habe ich mir im Vorfeld auf GPSies erstellt und bin diese dann nachgefahren. Das fand ich am angenehmsten, konnte ich so auch (asphaltierte) Feldweg fahren, die teilweise auf der Karte von ComputerTeddy irgendwie nicht auftauchten. Genutzt habe ich immer die elv_typ_gmapsupp.img.gz von Computerteddy. Dieses Jahr bin ich aber reingefallen. Seit die regelmaessig erstellten Karten routingfaehig geworden sind (auch die von raumbezug.eu), funktioniert das auf einem Edge 705 nicht mehr. Man muss nun die Strecke als Route runterladen. Doch die Navigationshinweise finde ich persoenlich als zu verwirrend.
    Jetzt habe ich mir aus den Rohdaten der Geofabrik eine eigene Karte mittels splitter.jar und mkgmap.jar erstellt. (Das Splitten der Deutschlandkarte hat rund 2h gedauert). Unter Nutzung von computerteddys Typ file und Style-Archiv hat mir mkgmap unter Weglassen der Option –route (innerhalb von 30 Minuten) eine Karte erstellt, mit der ich jetzt wieder tracks von GPSies nutzen kann. (Nachteil sind natuerlich die staendigen Hinweise an Wegbiegungen, wo gar keine Kreuzung ist.)
    (OSM => openstreetmap | computerteddy Nutzer computerteddy im OSM Wiki)
    Vielleicht hilft es ja jemanden.

  2. Stephan
    30. August 2011 um 15:11

    Ich versuche seit Ewigkeiten, Tracks nachzufahren und scheitere regelmäßig. Das Edge berechnet den Weg, geht in die Kartenansicht und das war’s. Es wird kein Track angezeigt und das Roadbook enthält genau zwei Einträge, nämlich Start und Ziel.

    „Neu berechnen“ ist ausgeschaltet, die Firmware die 3.30, die Karte die OSM All-in-One, das selbe Problem zeigt sich aber auch bei anderen OSM-Karten.

    Wandle ich den Track in eine Route um (mit GPSSies.com, Wegpunkte auch 20..50 reduzieren und glätten), dann funktioniert’s einwandfrei, aber das Gerät berechnet teilweise abenteuerliche Wege zwischen den Wegpunkten.

    Zum Dakota 20: Dort funktioniert’s wunderbar.

  3. Patrick
    22. Juli 2011 um 09:39

    Hallo liebe Edge-User,

    ich habe mir aus einem GPS-Forum eine Route (Alpencross, Garmisch – Riva) geladen. Diese hat meinen Edge womöglich irgendwie blockiert, d.h. beim Laden des Menüs „Strecken“ hat sich der Edge aufgehängt (blieb bei 60% Ladevorgang stehen)
    Also habe ich einen Hard Reset durchgeführt, die Route ist jedoch immer noch drauf und kann nicht manuell gelöscht werden.
    Wenn ich den Edge an meinen Mac anschließe finde ich die Datei auch nicht.
    Wer kann mir weiterhelfen?

  4. Henry
    15. Juli 2011 um 18:35

    Hallo, wer kann mir weiterhelfen. Ich versuche mehr als zwei unterschiedliche Routen zu übertragen. Beim abrufen der gespeicherten Strecken erscheint jedoch immer nur die zuletzt übertragene Datei. Ein MiniSD-Karte ist eingelegt.

    Wie kann ich mehrere Strecken speichern bzw. abrufen?

    herzlichen Dank vorab

    Henry

  5. Daniel
    12. Juli 2011 um 22:17

    Hallo,
    1) ich plane derzeit eine Radtour auf dem D9 von Bayern an die Nordsee.
    Habe ich es richtig verstanden, dass ich am besten einen Track nutzen sollte um den Radweg abzufahren und zusätzlich die Open Source Karten aufspielen sollte?

    2) Was passiert, wenn ich z.B. eine Schleife des Radwegs spontan nicht fahren möchte? Kann ich dann einfach nach örtlicher Beschilderung fahren? Oder auf der Karte einen Wegpunkt anwählen zu den er mich per Luftlinie leiten soll?

    3) Gelten die Hinweise auf dieser Homepage auch für den Dakota 20? Auf Grund der Möglichkeit dort AA-Batterien einzulegen würde ich Ihn bevorzugen.

    Vielen Dank.
    VG Daniel

  1. 22. August 2010 um 19:46

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